Tessenow und Mendelssohn

Seit dem 27. November 2022 ist im ☞ Stadtmuseum Dresden die Ausstellung »Heinrich Tessenow — Architektur und Möbel« zu sehen, zu dem wir einen kleinen Ausstellungsbeitrag leisten konnten.

Tessenow, der eine wichtige Rolle Anfang des 20. Jahrhunderts in der Architekturreform spielte und sich vor allem durch den Bau des Festspielhaus Hellerau und die Mitgestaltung der Gartenstadt Hellerau hervortat, wird in der Ausstellung umfangreich in seiner Arbeit und seinem Wirken präsentiert. Er hat nicht nur als Architekt gewirkt, sondern auch Möbel entworfen und gründete 1919 eine Handwerkergemeinde in Hellerau.

Teil dieser Gemeinde war nun eben auch Georg von Mendelssohn. Eben jener Entwerfer der Mendelssohn-Type also, deren Original-Matrizen wir letztes Jahr bei uns wiederentdecken konnten. Die Mendelssohn-Type, 1921 für die Schriftgießerei Brüder Butter in Dresden geschaffen, ist eine sehr eigenwillige, expressionistische Type, die mit ihren groben Linien wie aus Holz geschnitzt wirkt. Entstanden ist sie auf Drängen Jakob Hegners, der sie gleich für mehrere seiner Drucke verwendete. Später ist sie auch vom Avalun Verlag und Oda Weitbrecht genutzt worden. Dank ☞ Rainer Gerstenberg, der uns mit seinen Komplettgiessmaschinen die Schrift fertigte, konnten wir letztes Jahr unsere Weihnachtskarten mit der außergewöhnlichen Type umsetzen.

Die Matrizen und auch der ausgebundene Satz sind nun als Teil der sehr sehenswerten Ausstellung im Stadtmuseum Dresden noch bis zum 29. Mai 2023 zu sehen. Zudem wird vom Stadtmuseum aus eine Führung in unserem Haus angeboten, alle Informationen dazu finden sich in dieser   ☞Broschüre.

Mendelssohn-Type bei Tessenow-Ausstellung Stadtmuseum Dresden